Angestoßen durch die Öffnung des Welthandels durchlaufen die Emerging Markets seit über 20 Jahren einen Prozess der ökonomischen Angleichung an die Industriestaaten. Dieser Aufholprozess drückt sich in einem hohen Wirtschaftswachstum aus und ist vergleichbar der Entwicklung, die die Industriestaaten in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg genommen haben.
Warum jetzt in Schwellenländer investieren?
Die Bedeutung der asiatischen und lateinamerikanischen Volkswirtschaften nimmt stetig zu. Schon heute prägen die Emerging Markets das Gesicht der Weltwirtschaft, indem sie nahezu 50 Prozent zur globalen Wirtschaftsleistung beitragen1. Selbst in der weltweiten Rezession zeigten sie robustes Wachstum und führen nun den globalen Aufschwung an.
Quelle: PIMCO Update Call 2nd November 2010
Inzwischen besitzen die Emerging Markets aufgrund struktureller Wettbewerbsvorteile deutlich höhere Wachstumspotenziale als die Industriestaaten. Beste Voraussetzungen für eine langfristig positive Entwicklung schaffen drei Faktoren: Ihre Stärken beim Export, der Konsumbedarf neu entstehender Mittelschichten und der Aufbau der lokalen Infrastrukturen.
Durch die Globalisierung werden die Schwellenländer immer stärker in die Weltwirtschaft integriert. Beispiel Automobilproduktion: Hier gibt es mittlerweile eine weltweite Zulieferkette an Lieferanten aus Industriestaaten und den Emerging Markets.
Quelle: OOIL
Neben der kostengünstigen Produktion von Waren für die Industriestaaten bildet die Rohstoffproduktion die zweite wichtige Säule für das Exportgeschäft. Denn die Schwellenländer sind mehrheitlich im Besitz wichtiger Rohstoff- und Energievorkommen. Eine weltweit explodierende Nachfrage bei limitiertem Angebot sichert den Emerging Markets langfristige Gewinnperspektiven und verschafft ihnen zugleich eine strategisch günstige Position im globalen Wettbewerb.
Durch die zunehmende Industrialisierung in Verbindung mit steigendem Bildungs- bzw. Ausbildungsniveau erzielen immer mehr Menschen höhere Einkommen, mit denen sich steigender Lebensstandard finanzieren lässt. Vor allem in bevölkerungsreichen Ländern wie Brasilien, Indien und China entwickeln sich riesige Mittelschichten, deren Nachholbedarf an Konsum einen gewaltigen Wirtschaftsfaktor darstellt. Denn hier geht es um die Kaufkraft von Millionen Menschen, die Auto fahren, einkaufen gehen oder verreisen wollen.
Quelle: PIMCO Update Call 2nd November 2010
Viele Emerging Markets planen hohe Investitionen in ihre Infrastruktur, z.B. in Verkehrswege wie Straßen und Schienen, Autobahnen, U-Bahn-Netze, Häfen und Flughäfen. Denn fehlende Infrastruktur kostet Wirtschaftswachstum, weil Waren transportiert werden und Menschen zur Arbeit gelangen müssen. Dort, wo es Industrie und Arbeitsplätze gibt, wachsen die Millionenstädte. Und deren Bewohner brauchen Wasser und Strom, Wohnungen und Krankenhäuser, Einkaufsmöglichkeiten und Schulen.
Der Aufbau von Infrastruktur sollte in den Emerging Markets auf Jahrzehnte hinaus für positive wirtschaftliche Entwicklung sorgen. Nicht umsonst spricht man auch von einem zweiten "Wirtschaftswunder".
Verbunden mit dem Aufholprozess der Emerging Markets ist eine Verschiebung der globalen Kräfteverhältnisse. Schon im Jahr 2027 könnte China die USA als größte Volkswirtschaft der Welt überholen. Anstelle von Japan könnte Indien an dritter Stelle stehen. Entscheidend ist nicht, wann es geschieht, sondern dass es geschieht. Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Doch vorausschauende Anlagestrategien tragen dem Rechnung – indem sie Emerging Market-Investments schon heute als langfristigen Bestandteil im Depot berücksichtigen.
Quelle: Goldman Sachs, Mai 2009; Darstellung Allianz GI Kapitalmarktanalyse
Um die Auftragseinbrüche als Folge der globalen Wirtschaftskrise abzufedern, wurden in vielen Schwellenländern Konjunkturprogramme aufgelegt. Die Finanzierung von Infrastrukturprojekten stellt für die Mehrzahl der sog. Wachstumsländer kein Problem dar. Ihre reichlich fließenden Einnahmen aus dem Export haben sie vielfach dazu verwendet, Staatsschulden ab- und Währungsreserven aufzubauen – mit dem Ergebnis solider Staatshaushalte und steigender Bonitäten.
Quelle: IMF World Economic Outlook, April 2010; Darstellung Allianz GI Kapitalmarktanalyse
1 Quelle: International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, gemessen am BIP zu Kaufkraftparitäten, Stand April 2010.





