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Wissenswertes rund um Spreadprodukte

Spreadprodukte bieten derzeit für renditeorientierte Anleiheninvestoren besonders aussichtsreiche Alternativen zu Geldmarktkonten oder Staatsanleihen. Aber was sind Spreads und Spreadprodukte und welche Unterkategorien gibt es?

Spreads & Spreadprodukte

Staatsanleihen aus Industrieländern bieten maximale Sicherheit. Für Zins- und Tilgungszahlungen steht der Staat prinzipiell mit seinem gesamten Steueraufkommen und seinen Devisenreserven ein. Daher sind Anleger bei Staatsanleihen bereit, sich mit relativ geringen Zinsen zu begnügen. Etwaige Renditeunterschiede bei Staatsanleihen vergleichbarer Bonität spiegeln insbesondere eine unterschiedliche Liquidität wider, dies ist gegenwärtig im Euroraum zu beobachten.

 

  • Nicht-staatliche Anleihen bieten grundsätzlich weniger Sicherheit - sie müssen daher Anlegern mehr Rendite als Kaufanreiz bieten. Dieses Plus an Verzinsung gegenüber der Rendite von Staatsanleihen gleicher Laufzeit nennt man Spread (Renditedifferenz). Über solche Renditeaufschläge verfügen vor allem: Besicherte Anleihen (Pfandbriefe, ABS/MBS), Unternehmens- und Schwellenlandanleihen.
  • Spreadprodukte lassen sich in Anleihen hoher Bonität und spekulative Papiere unterteilen. Dies spiegelt sich meist im Bonitäts-Rating wider: Anleihen mit hoher Bonität verfügen über Ratings von AAA bis BBB- (Investment-Grade). Wertpapiere mit verminderter Bonität weisen Ratings von BB und darunter auf (Non-Investment-Grade) - sie bergen überdurchschnittliche Ausfallrisiken.
Spreadprodukte bieten vielfältige Möglichkeiten der Optimierung von Anleihenstrategien. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Kategorien nach steigendem Spread gegenüber Staatsanleihen:

1) Pfandbriefe/Covered Bonds

Pfandbriefe sind eine in Deutschland stark verwurzelte Spielart der Besicherten Anleihe. Sie sind eine der Hauptfinanzierungsquellen im deutschen Bankensektor. Der Pfandbriefmarkt kommt im Hinblick auf Größe, Liquidität und Sicherheit gleich nach dem Markt für Staatsanleihen. Die gesetzlichen Qualitätsanforderungen an deutsche Pfandbriefe sind sehr streng.

Covered Bonds sind pfandbriefähnliche Konstruktionen, die auf vergleichbaren gesetzlichen Regelungen im europäischen Ausland beruhen.

 

Chance-Risiko-Profil:
Pfandbriefe und Covered-Bonds bieten moderate Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen. Gleichzeitig bergen sie nur geringfügig höhere Risiken als Staatsanleihen. Sie eignen sich daher als Beimischung speziell im Rahmen einer eher sicherheitsorientierten Anleihenstrategie.

2) Asset-/Mortgage-Backed-Securities (ABS/MBS)

ABS/MBS sind eine international gängige Variante der Besicherten Anleihe. Sie unterscheiden sich in einigen Details von Pfandbriefen. Insbesondere unterliegen ABS/MBS keinen vergleichbaren gesetzlichen Mindeststandards, sodass ihre Attraktivität von der individuellen Konstruktion abhängig ist.

 

Chance-Risiko-Profil:
ABS/MBS bieten je nach Konditionen oft attraktive Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen. Gleichzeitig ist ihr Risiko je nach Qualität der Forderungen, Umfang der Absicherung und etwaiger Garantien nicht viel höher als bei Staatsanleihen. ABS/MBS eignen sich insbesondere zur Erzielung überdurchschnittlicher Renditen bei grundsätzlicher Ausrichtung auf hohe Qualität.

3) Unternehmensanleihen (Corporate-Bonds)

Unternehmen decken ihren langfristigen Finanzierungsbedarf vorrangig über Eigenkapital (Aktien, Private Equity, sonstige Beteiligungen) ab. Kurzfristiger Liquiditätsbedarf wird häufig über kurzlaufende Anleihen (sog. Commercial Paper) gestillt.

 

Chance-Risiko-Profil:

Unternehmensanleihen bieten meist attraktive Zusatzrenditen. Speziell im High-Yield-Bereich stehen den nominell eindrucksvollen Verzinsungen aber auch erhebliche Ausfallrisiken gegenüber. Gerade bei schwacher Lage der Gesamtwirtschaft oder in einzelnen Branchen sind sorgfältige Analyse der Einzeltitel und klare Risikobegrenzung besonders wichtig.

4) Schwellenlandanleihen (Emerging-Markets-Bonds)

Schwellenländer gehören aufgrund ihres niedrigen Entwicklungsstands nicht zu den in der OECD zusammengeschlossenen Staaten. Sie finanzieren sich angesichts begrenzter Aufnahmefähigkeit der inländischen Kapitalmärkte meist noch überwiegend über ausländisches Fremdkapital. Hierzu legen sie auf Dollar, Pfund oder Euro lautende Anleihen auf, die an führenden Börsenplätzen gehandelt werden.

 

Chance-Risiko-Profil:
Emerging-Markets-Bonds haben sich in den vergangenen zehn Jahren hervorragend entwickelt. Sie bieten mit Blick auf das langfristige Nachholpotenzial der Schwellenländer weiterhin überdurchschnittliche Renditeaussichten. Die vielfältigen Einflussfaktoren machen die Analyse der Einzeltitel allerdings besonders anspruchsvoll. Strikte Qualitätsorientierung und konsequente Risikostreuung sind daher auch hier das A und O.

Weitere Details zu Spreads und Spreadprodukten können Sie sich hier herunterladen.
> Anleihen mit Renditeprämien

Die hierin enthaltenen Einschätzungen und Prognosen beruhen auf sorgfältigen Recherchen, jedoch kann Allianz Global Investors für die objektive Richtigkeit naturgemäß nicht haften.

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